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Juni 2019      

21. - 23.

11. ZÜRCHER TRAUMATAGE

Gesellschaft und Kooperation
Das Gemeinsame wieder entdecken als Voraussetzung für eine Welt, die sich nicht weiter zerstört

Marianne Bentzen (DK), Dr. Peter A. Levine (USA), Julia Onken (CH)


820.--

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Wie können wir menschliche Grundbedürfnisse wieder mehr pflegen?  Ist der Mensch nicht primär ein soziales Wesen?

Es ist noch nicht allzu lange her, seitdem die Bewegung der Kommunitarier in den USA versuchte, eine gerechtere Gesellschaft zu formen. Sie wollten weg von Werteverfall, Entsolidarisierung, Identitäts- und Sinnkrise, die durch die Ideologie des Neoliberalismus schon in den 80er Jahren bestand. Statt grenzenloser Individualismus sollten in Gemeinschaften (communities) wieder Werte, Tugenden, soziales Miteinander und gegenseitige Rücksichtnahme zentral sein.

Wenn wir die heutige Situation in einer von Traumafolgen geprägten Welt anschauen, dann haben die Kommunitarier ihr Ziel klar nicht erreicht. Stattdessen hat sich das Pendel über die Globalisierung noch mehr in Richtung eines kalten Liberalismus und mehr und mehr auch in einen von Hasstiraden geprägten Populismus bewegt. Die Dringlichkeit hat zugenommen, Wege aus dieser Sackgasse zu suchen. Klima, Umwelt, Handelskriege, Schuldenfallen und viele andere Themen rufen nach Kooperation statt Alleingängen in einer krisengeschüttelten Gesellschaft.

In diesen 11. Zürcher Traumatagen zeichnen die drei Dozierenden ihre Visionen, wie wir Schritt für Schritt, als Individuen und Gemeinschaften eine Rückkehr zu mehr Miteinander, sozialer Bezogenheit und innerer Ruhe finden können. Das Lösen von Konflikten zwischen diversen Interessensgruppen und Individuen ist ein wichtiger Schritt dafür. Respekt für Andersartigkeit und Gemeinsamkeit zu finden ein anderer.

PROGRAMM
Moderation: Dr. Urs Honauer (CH)

FREITAG, 21. JUNI 2019
10.00 - 13.00 Uhr
Marianne Bentzen (DK)
Mut und Empathie - Oder: Unsere Angst vor der Katastrophe

Beim Umgang mit den rasanten und konfliktreichen Veränderungen in unseren Gesellschaften und unserer Welt fühlen uns oft regelrecht überrollt von beängstigenden Ereignissen oder Angst machenden Nachrichten. Dies kann zu erhöhtem Stress führen und uns geneigt machen, vor den anstehenden Herausforderungen (für uns als Einzelne und als Gesellschaft) zu flüchten, gegen sie anzukämpfen oder deshalb in eine Art Schockstarre zu verfallen. Auslöser hierfür sind jedoch nicht für uns alle dieselben Ereignisse. Auch kulturspezifische Sichtweisen können darüber entscheiden, was Angst in uns hervorruft - und welche Lösungen in unseren Augen Sicherheit bedeuten. Wir müssen unseren Mut zusammennehmen, unseren Stresspegel senken und daneben unsere Antennen für mögliche Schritte ausfahren. Marianne Bentzen wird eine uralte spirituelle Übung vermitteln, die darauf abzielt, Angst zu mindern und unser inneres Gespür für realistische gesellschaftliche und globale Ressourcen zu stärken.

14.30 - 17.00 Uhr
Julia Onken (CH)
Sprache und Bewusstsein

Die Welt ist im Umbruch. Sprachlich zeigt sich eine Verarmung verbaler Ausdrucksformen in Wortkürzeln, Lauthieroglyphen, Sprachminimalismen und anderen tonalen Fragmenten. Da Bewusstsein und Denken zusammenhängen, Denken sich aber über Sprache manifestiert, ist es höchste Zeit, wieder den Reichtum sprachlicher Ausdrucksmöglichkeiten zurückzuerobern.

«Im Anfang war das Wort». Dieses Zitat kann entweder ignoriert oder aber als Hinweis verstanden werden, dass sich dahinter das Mysterium des Daseins erahnen lässt. Wer dieses Tor aufzustossen wagt, sich auf den Weg aufmacht, Worte von ihrem tiefsten Sinn her zu verstehen, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Denn es sind Worte, die uns zu uns selbst führen, zu unseren drängendsten Fragen «Wer bin ich?» «Wie bin ich geworden, der ich bin?» «Woher komme ich?» und «Wohin gehe ich?» Sich wieder im Sprachlichen zu beheimaten bedeutet, darin Orientierung, Schutz und Sicherheit zu finden.

17.00 - 17.30 Uhr
Symposium mit Marianne Bentzen, Julia Onken und Peter A. Levine



SAMSTAG, 22. JUNI 2019
10.00 - 13.00 Uhr
Dr. Peter A. Levine (USA)
Trauma und fehlende Kooperation, Teil 1

14.30 - 17.00 Uhr
Julia Onken (CH)
"Triffst du nur das Zauberwort" - Andere und sich selbst mit Worten berühren

Wer mehr über sich weiss, kommt besser mit sich klar, und mit anderen auch. Wir können uns mit Worten selbst entdecken, erforschen und verstehen lernen. Wir können sogar mit einzelnen Lauten in unser Innerstes eindringen, ob im seelischen Bereich oder indem wir Körperregionen beleben und bewusst wahrnehmen. Gleichzeitig ist es auch möglich, mit bestimmten Vokalen in transzendentale Bereiche vorzudringen und einen Eindruck von beglückender Unendlichkeit und Ewigkeit erahnen. Ebenso erfahren wir den heilenden Umgang mit Laut und Sprache. Wenn es uns gelingt, Bedrängendes und Angstmachendes aus der Tiefe der Sprachlosigkeit in Worte zu fassen, werden Wirkungskräfte entmachtet. Um einen besseren Selbstkontakt herzustellen, ist es hilfreich, unsere Emotionen, die durch Gefühlserlebnisse ausgelöst werden, zu benennen, damit wir sie verstehen und eingemeinden können.

Mit einem gezielten Umgang mit Wort und Sprache, mit dem Erarbeiten einer verbalen Notfallapotheke begleiten uns Texte sowohl in glücklichen als auch in schwierigen Lebenssituationen.

17.00 - 17.30 Uhr
Symposium mit Marianne Bentzen, Julia Onken und Peter A. Levine


SONNTAG, 23. JUNI 2019
10.00 - 13.00 Uhr
Marianne Bentzen (CH)
Innere Ruhe als Basis für Kooperation

Für eine gelungene Kooperation ist es wichtig, unser inneres Gleichgewicht und eine von Empathie bestimmte Haltung zu finden, denn schließlich werden wir mit anderen zusammenarbeiten müssen, und sie werden nicht immer alles so sehen wie wir. Marianne präsentiert einige der gängigsten kulturbedingten Sichtweisen westlicher Gesellschaften, wobei die Teilnehmenden Gelegenheit haben werden, darüber zu reflektieren, welche Blickwinkel für uns im Vordergrund stehen. In einer Gruppenübung wird es darum gehen, bestehenden Differenzen in Sachen Sichtweise Raum zu geben und zu erkunden, was dies an unserem Erleben verändert.

14.30 - 17.00 Uhr
Dr. Peter A. Levine (USA)
Trauma und fehlende Kooperation, Teil 2

17.00 - 17.30 Uhr
Abschlussrunde





Kosten: CHF 820.--

Kursdaten, Zeiten und Ort:
21. - 23. Juni 2019
Kurszeiten: 10.00 - 13.00 Uhr und 14.30 - 17.30 Uhr
Kursort: Kirchgemeinde Oerlikon, Baumackerstrasse 19, 8050 Zürich

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Kursleitung: Marianne Bentzen (DK), Dr. Peter A. Levine (USA), Julia Onken (CH)

Marianne Bentzen unterrichtete in ihrem drei Jahrzehnte langen Wirken als eine der weltweit führenden Körperpsychotherapeutinnen viele internationale Trainings – sowohl in Europa wie auch in den USA. Heute hat sie den Fokus ihres Wirkens auf die praktische Anwendung der modernen neuroaffektiven Theorie fokussiert. Behandlungen von Posttraumatischer Belastungsstörung in Verbindung mit dem bewussten Praktizieren von Achtsamkeit und einer neuen Sichtweise von systemischen Gruppendynamiken (auf der Basis der Systems Centered Therapy nach Yvonne Agazarian) sind ihr Markenzeichen. Sie hat zusammen mit Peter Levine Schriften verfasst und häufig mit ihm unterrichtet.
Aus- und Weiterbildungen mit Marianne Bentzen

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2. Schweizer Bildungsfestival / NEURO 2008: Das relationale Bewusstsein in der Psychotherapie Das Neuroaffektive Bilderbuch Neuroaffektive Therapie mit Kindern und Jugendlichen Das Neuroaffektive Bilderbuch 2

Dr. Peter A. Levine hat während mehr als 40 Jahren die menschlichen Reaktionen auf Stress und Trauma intensiv studiert und gilt als führender Fachmann im Bereich der somatisch ausgerichteten Traumalehre. Er promovierte in medizinischer Biophysik und in Psychologie. Er war Berater für die NASA während der Entwicklung des Space Shuttles, und hat an zahlreichen Kliniken und Schmerz-Centern in den Vereinigten Staaten und Europa gelehrt. Zudem ist er Gründer und Ehren-Präsident der «Foundation for Human Enrichment» in Lyons (Colorado), einer Non-Profit-Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, unnötige Traumatisierungen von Kindern und Babys zu verhindern. Er ist Autor der Bestseller «Traumaheilung» (Synthesis-Verlag), «Verwundete Kinderseelen heilen» (Kösel Verlag) und «Vom Trauma befreien» (Kösel Verlag), „Sprache ohne Worte“. Sein neuestes Buch «Trauma und Gedächtnis» ist soeben auf Deutsch im Kösel Verlag erschienen. Peter Levine wurde mit dem 2010 "Lifetime Achievement Award" für besondere Verdienste im Bereich der Körperpsychotherapie ausgezeichnet.
A-Postmarke mit Peter A. Levine


Aus- und Weiterbildungen mit Dr. Peter A. Levine

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Vom Trauma befreien mit CD Sprache ohne Worte - Die Botschaften unseres Körpers verstehen Vom Schmerz befreit Trauma und Gedächtnis

Julia Onken, Dipl. Psychologin/Psychotherapeutin und Autorin. Julia Onken gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten Sachbuchautoren in der Schweiz. In ihren Büchern behandelt sie sowohl gesellschaftspolitische als auch psychologische Themen. Sie verbindet stets eigene Erfahrungen mit grundsätzlich gültigen Lebensgesetzmässigkeiten, was sich für viele LeserInnen als eine besonders geeignete Methode herausstellt, angeregt durch diese Impulsen selbst über sich und sein Leben nachzudenken und zu reflektieren. Ausbildung in Gesprächs-, Gruppen- und analytischer Paartherapie, Weiterbildung Sprach- und Lauttherapie. 1987 Gründung des Frauenseminars Bodensee. Vortragstätigkeit im In- und Ausland.
Beinahe alle Bücher wurden Bestseller, die meisten Titel sind in mehrere Sprachen übersetzt. Weit über eine Million verkaufte Bücher.
Aus- und Weiterbildungen mit Julia Onken


 
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